Lehrbücher der Inneren Medizin
Führende Lehrbücher der Inneren Medizin haben die Themen Schmerztherapie, Kopfschmerzbehandlung und Palliativmedizin aufgenommen. Die Kapitel in den neuen aktuellen Auflagen von:
Herold: Innere Medizin
Schölmerich: Medizinische Therapie
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kommen aus der Schmerzklinik Kiel und wurden von Prof. Dr. Hartmut Göbel verfasst.
Botulinum-Toxin in der speziellen Schmerztherapie
1. Auflage 2004, Hartmut Göbel (Hrsg.)
Chronische Schmerzen können das Leben der betroffenen Patienten bestimmen. Der biologische Sinn von Schmerzen als Warnsymptom für eine Erkrankung oder für eine Verletzung ist nicht mehr gegeben. Trotz medizinischer Behandlung dauern die Qualen über Jahre oder gar Jahrzehnte an. Die primäre Gewebsschädigung kann längst abgeheilt sein oder es konnte keine aufgedeckt werden. Die Konsequenzen für die Betroffenen münden bei mangelnder Behandlung meist in einem Desaster. Sie schließen Immobilisierung, Deaktivierung, Störungen des Tag-Nachtrhythmus, kontinuierliche Medikamenteneinnahme, Abhängigkeit von Bezugspersonen, doctor-hopping und –shoping, kontinuierliche Inanspruchnahme des Gesundheitssystems, Krankenstand, Berentung, soziale Isolation, private und berufliche Sorgen, schließlich Verbitterung, Angst, Depression und Suicid ein. Aber auch für die Gesellschaft sind chronische Schmerzen ein zentrales Gesundheitsproblem. Die direkten Kosten für die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems über Jahre und Jahrzehnte steigen immer mehr an, ebenso treten hohe Kosten für Arbeitsausfälle, Einkommensverluste, reduzierte Leistungsfähigkeit in Familie und Beruf, finanzielle Belastungen für die Familie und den Arbeitgeber, Arbeitsunfähigkeit und Sozialleistungen auf. Es gibt wichtige Warnhinweise für die Chronifizierung von Schmerzen, die eine intensive Aufmerksamkeit und eine spezielle Behandlung des Schmerzproblems fordern, wie z.B., dass Schmerzen immer häufiger auftreten, immer länger andauern und sich räumlich ausbreiten. Schmerzlindernde Faktoren greifen immer weniger, die Schmerzen werden unveränderlich und unbeeinflußbar.
Das mögliche Potential von Botulinum Toxin Typ A in der Behandlung chronischer Schmerzen hat sich in zahlreichen Publikationen der letzten Jahre in mannigfaltigen experimentellen und klinischen Befunden eröffnet. Im vorliegenden Band werden die wichtigsten Anwendungsfelder von Botulinum Toxin Typ A in der Schmerztherapie von nationalen und internationalen Experten beschrieben und die praktische Anwendung erläutert. Botulinum Toxin Typ A hat sich in zahlreichen Studien der letzten Jahre als wirksame Therapieform in der Behandlung von verschiedenartigsten Erkrankungen mit ausgeprägten Schmerzen erwiesen. Diese umfassen zahlreiche neuromuskuläre Erkrankungen, myofasziale Schmerzen, neuropathische Schmerzen, sowie insbesondere primäre und sekundäre Kopfschmerzen. Bereits im Jahre 1987 wurde von Brin et al. berichtet, dass bei der Behandlung der cervikalen Dystonie Schmerzen früher und ausgeprägter ansprechen, als die muskuläre Hyperaktivität. Neue Studien zeigen, dass Botulinum Toxin Typ A nicht nur durch die Exozytosehemmung von Acetylcholin klinisch wirksam ist. Vielmehr können zahlreiche Neurotransmitter und Neuropeptide in ihrer Aktivität inhibiert werden, die im Rahmen der Schmerzchronifizierung und Ausbildung des Schmerzgedächtnisses sowohl eine periphere als auch zentrale Sensitivierung bedingen. Neueste Studien belegen, daß Botulinum Toxin Typ A u.a. die Freisetzung von Substanz P, Glutamat und CGRP hemmen kann. Die Aktivierung von WDR-Neuronen sowie die Expression von C-Fos im Hinterhorn werden gehemmt. Botulinum Toxin Typ A ist daher über die bisher bekannte Chemodenervation von Skelettmuskeln hinaus in der Lage, die Neurotransmission von Schmerzsignalen von der Peripherie bis zum Kortex zu inhibieren. Damit eröffnet Botulinum Toxin Typ A mannigfaltige Möglichkeiten spezifisch und gezielt in Schmerzchronifizierungsprozesse einzugreifen. Botulinum Toxin Typ A hat in der Schmerztherapie einen festen Platz. Die United States Food and Drug Administration (FDA) hat bereits im Jahre 2000 Botulinum Toxin Typ A für die Behandlung von Schmerzen in Verbindung mit der cranialen Dystonie zugelassen. Diese Kopfschmerzursache ist auch in der aktuellen 2. Auflage der Kopfschmerzklassifikation der International Headache Society (2004) aufgenommen. Botulinum Toxin Typ A wird mittlerweile bei vielen Schmerzerkrankungen eingesetzt. Die meisten Schmerz- und Kopfschmerzexperten, die mit den neuen Entwicklungen im Bereich der speziellen Schmerztherapie Schritt halten, wenden Botulinum Toxin Typ A an.
Botulinum Toxin Typ A läßt sich jedoch nicht wie sonstige Arzneimittel einfach einnehmen und der Effekt kann auch nicht nach einigen Stunden beobachtet werden. Die Therapieform muss durch einen versierten und erfahrenen Anwender eingesetzt werden, um eine gezielte und effektive Behandlung zu realisieren. Bei falscher Applikation bleibt die Wirkung aus. Es sind spezielle neuro-anatomische Kenntnisse erforderlich. Eine einfache Kochbuch-Anwendung ist in der Regel nicht möglich. Die zugrunde liegenden Schmerzerkrankungen müssen sorgfältig differentialdiagnostisch geklärt werden und sämtliche pathogenetischen Faktoren in einem umfassenden Behandlungsprogramm adressiert werden. Der therapeutische Effekt kann sich teilweise erst nach mehreren Behandlungszyklen einstellen, die Aufbereitung, die Dosierung, die Verdünnung, die Auswahl der Injektionsareale und die Injektionstechnik erfordern eingehendes Wissen und umfangreiche praktische Erfahrung. Ziel des Buches ist die aktuelle wissenschaftliche Evidenz für den Einsatz von Botulinum Toxin Typ A für den Leser in der Zusammenschau verfügbar zu machen und ein besseres Verständnis für das Rationale und für die Anwendung von Botulinum Toxin Typ A bei hartnäckigen speziellen chronischen Schmerzerkrankungen zu ermöglichen.
UNI-MED Science, 212 Seiten, 1. Auflage September 2004,
ISBN 3-89599-803-6, Euro 44,80
Internationalen Kopfschmerzklassifikation 2004
Klassifikationstext im Internet
Das Kopfschmerzklassifikations-Komitee
der International Headache Society
Internationale Webseite zur Kopfschmerzklassifikation in den wichtigsten Weltsprachen,
erarbeitet von Prof. Dr. Hartmut Göbel
ICD-10-Richtlinien für die Klassifikation und Diagnostik von Kopfschmerzen
Hartmut Göbel (Hrsg.)
Die Therapie von Kopfschmerzen betrifft nahezu alle Bereiche der Medizin. In Deutschland geben nach neuen epidemiologischen Studien rund 54 Millionen Menschen an, dass Kopfschmerzen für sie immer wieder oder andauernd ein Gesundheitsproblem darstellen. 3% der Bevölkerung leiden täglich seit Jahren oder gar Jahrzehnten an Kopfschmerzen. Rund 3,7 Milliarden Schmerzmitteldosen werden jährlich in Deutschland eingenommen, ca. 80 % wegen Kopfschmerzen.
Die WHO hat der Bedeutung von Kopfschmerzerkrankungen durch die Herausgabe eines eigenständigen diagnostischen Manuals Rechnung getragen, dessen deutsche Ausgabe hier vorliegt. Der Text beschreibt exakte und operational definierte Kriterien aller heute bekannten Kopfschmerzerkrankungen und stellt erstmals die gesamten offiziellen Diagnoseschlüssel zur Verfügung. Die Kenntnis und Nutzung dieses international einheitlichen Klassifikationssystems ist Voraussetzung dafür, dass mit den internationalen Fortschritten in der Entwicklung neuer Therapieoptionen Schritt gehalten werden kann.
Ladenpreis 15,84 Euro; Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York: ISBN-Nr. 3-540-65242-6
Botulinumtoxin. Wirkprinzip und klinische Anwendung
Markus Naumann, Steffen Berweck, Hartmut Göbel, Harald Hefter, Florian Heinen
Die neu bearbeitete und erheblich erweiterte zweite Auflage des vorliegenden Buches fasst den Kenntnisstand zu allen wichtigen derzeit beschriebenen klinischen Anwendungsmöglichkeiten von Botulinumtoxin prägnant und hochaktuell zusammen. Dabei wird wiederum der Schwerpunkt auf die praktische Anwendung von Botulinumtoxin gelegt. Das Buch richtet sich einerseits an mit der Substanz bereits vertraute Anwender, vor allem aus den Bereichen Neurologie, Rehabilitationsmedizin, Pädiatrie, Innere Medizin, Dermatologie, HNO, Urologie, etc., um in der täglichen Praxis rasch Zugriff auf wichtige Indikationen, anatomische Gegebenheiten und Dosierungen von Botulinumtoxin zu haben. Erstmalig wird ein ausführlicher Abschnitt der behandlung von Schmerzerkrankungen gewidmet. Das Buch soll auch dem praktischen Arzt ein wichtiger Ratgeber für eine Vorauswahl potentiell geeigneter Erkrankungen und für die Weiterbetreuung von Patienten sein, die sich bereits in entsprechender Behandlung befinden.
UNI-MED Science, 2., neubearb. Auflage 2003, 128 Seiten, 76 Abb., Hardcover, ISBN 3-89599-589-4, Euro 44,80
Schmerzmessung
Hartmut Göbel
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Aus dem Geleitwort von Prof. Jean Schoenen:
Um die biologischen Gesetze des Lebens besser verstehen zu können, ist es nicht nur notwendig, die Phänomene des Lebendigen zu identifizieren und zu beobachten, sondern auch deren Zusammenhänge quantitativ zu erfassen.
(Claude Bernard, 1856, „Introduction ä l’Etude de la Medicine Experimentale“)
Schmerz ist eine allgegenwärtige schwere Bürde der Menschheit und ein großes Problem des Gesundheitswesens. Schmerz ist auch ein komplexes menschliches Erlebnis und viele seiner Aspekte können im Tierversuch nicht erfaßt werden. Dies trifft insbesondere für Kopfschmerzen zu, die das häufigste Schmerzproblem bei Menschen darstellen. Zum wissenschaftlichen Studium des Schmerzes werden quantifizierbare und zuverlässige Methoden benötigt, welche auch an Patienten angewendet werden können. Um Schmerzmechanismen zu verstehen, ist darüber hinaus ein umfassender Ansatz notwendig, welcher die verschiedenen Facetten des Schmerzwahrnehmungsvorganges analysiert und in Zusammenhang bringt. Diese beiden Aspekte sind in dieser Arbeit in brillanter Weise berücksichtigt worden. Das erste Gütemerkmal dieses Buches ist sicherlich, dass neue Methoden zur Messung der Schmerzempfindlichkeit des Menschen vorgestellt werden. Jedoch scheint es mir, dass der wertvollste Beitrag im multidisziplinären Ansatz bei der Untersuchung des Schmerzes liegt. Tatsächlich werden erstmalig in der Kopfschmerzforschung Studien präsentiert, die die cephale und die extracephale Schmerzempfindlichkeit, die EMG-Aktivität pericranialer Muskeln, die exteroceptive Suppression der Aktivität des M. temporalis, psychologische Merkmale und klinische Daten in ihrer Wechselwirkung untersuchen. Der Autor hat die Methoden nicht nur bei primären und symptomatischen Kopfschmerzen eingesetzt, sondern sie auch bei einem neuen, experimentellen Kopfschmerzmodell angewendet, das von ihm entwickelt wurde. Es steht außer Zweifel, dass auch andere chronische Schmerzsyndrome mit einem solchen Ansatz fruchtbringend untersucht werden können. Last but not least wird den Untersuchungsergebnissen eine umfassende Literaturübersicht über Schmerzmechanismen und Untersuchungsmethoden zu deren Analyse beiseite gestellt; diese werden im Licht der allerneuesten Konzepte pathogenetischer Mechanismen von Kopfschmerzen diskutiert. Die Zahl der über 600 Literaturhinweise veranschaulicht die breite enzyklopädische Basis, auf welche der Autor seine eigenen Daten beziehen kann. Aus diesen und den vorgenannten Gründen stellt dieses Buch zweifelsfrei ein obligatorisches Nachschlagewerk für alle diejenigen dar, die sich für Schmerz und Kopfschmerz interessieren.
Nach dem Lesen dieser Arbeit habe ich darüber gerätselt, welche Bedingungen es einer Person ermöglichen, eine Arbeit dieser Qualität auszuführen. Es sieht so aus, als ob das Rezept ziemlich einfach ist. Es genügt, an so berühmten Universitäten wie München, Würzburg, Ulm und Kiel zu studieren, als Mentoren international bekannte Experten wie Prof. 0. Heller, Prof. R. F. Schmidt, Prof. R. Schüttler, Prof. D. Soyka und Prof. W. Westphal zu haben, sowie Universitätsabschlüsse sowohl in Psychologie als auch in Medizin zu besitzen; man fügt eine gehörige Portion Begeisterung, Können und wissenschaftliche Ausdauer hinzu und man erhält die Eigenschaften und den Hintergrund des Autors Hartmut Göbel. Es ist mir eine Freude, Hartmut Göbel zu dieser eindrucksvollen Arbeit aufrichtig zu gratulieren. Ich bin ihm für den Beleg dankbar, dass klinische Kopfschmerzforschung erfolgreich durchgeführt werden kann, wenn der gleiche hohe Standard berücksichtigt wird, den die Grundlagenforschung verlangt.
Prof. Jean Schoenen, MD, Agrege
Research Director NFSR, Belgium
General Secretary of the International Headache Society
President of the European Headache Federation

Harrison: Innere Medizin
